HOME HOME

Barhufpflege Andreas Dold

Natural Hoof Care Böblingen


Überblick Hufgesundheit

zuletzt aktualisiert am 20.02.2018

Ein Wildpferd ist auf den Menschen nicht angewiesen. Es muss weder täglich geputzt werden, noch braucht es einen Tierarzt oder Hufpfleger. Alles was es braucht, bietet ihm die Natur. Da der Mensch den Lebensraum des Pferdes aber durch die Haltung einschränkt, ist er dafür verantwortlich die dadurch entstehenden Mängel gering zu halten bzw. wieder auszugleichen.

Ein gesunder Huf ist die Grundlage für schmerzfreie Bewegung. Deshalb ist es bei der Pferdehaltung auch wichtig regelmäßig nach den Hufen zu schauen und sie zu bearbeiten wo es nötig ist.

Allerdings darf man nicht erwarten dass es ausreicht alle 6 Wochen einen Hufpfleger kommen zu lassen um ihm die ganze Verantwortung zu übertragen. Der Hufpfleger kann sich höchstens 1 Stunde um die Hufe kümmern. Bis er wieder kommt vergehen 1000 Stunden. Wenn in 1000 Stunden alles schief läuft, hat der Hufpfleger keine Chance diese Fehler in 1 Stunde wieder zu korrigieren. Zudem sind große Korrekturen nicht gesund für das Pferd. Man sollte immer nur wenig korrigieren müssen und rechtzeitig eingreifen bevor der Huf schlechter wird.

Gerade bei Natural Hoofcare geht es nicht darum die Natur zu ersetzen, sondern darum die Natur zu unterstützen. D.h. natürliche (artgerechte) Haltung, Ernährung und Bewegung müssen die Grundlage bilden. Ohne diese Grundlage macht natürliche Hufpflege (NHC) keinen Sinn.

artgerechte Haltung

Auch das heutige domestizierte Pferd ist immer noch ein Pferd und genetisch fast identisch mit einem Wildpferd. Daher sollte sich die Haltung auch am Wildpferd orientieren. Die Haltung bestimmt darüber inwieweit die natürlichen Bedürfnisse des Pferdes befriedigt werden. Es hat sowohl physische Bedürfnisse (z.B. Futter, Licht, Bewegung), als auch psychische Bedürfnisse (z.B. Spielen und Fellpflege mit Artgenossen).

Sind nicht alle Bedürfnisse ausreichend befriedigt, dann zeigen sich mit der Zeit die unterschiedlichsten unerwünschten Nebenwirkungen, wie z.B. Schreckhaftigkeit, sogenannte Untugenden, Kolik, Allergie, Insulinresistenz, Hufrehe, um nur einige zu nennen. Die Pferde eines Stalles können durchaus unterschiedliche Probleme zeigen, oder nur eines von 10 Pferden hat Probleme, während die anderen (noch) gesund scheinen. Das liegt daran, dass jedes Pferd unterschiedlich sensibel ist und unterschiedliche Schwachstellen hat.

Im Folgenden gehe ich etwas näher auf Ernährung und Bewegung ein, weil diese Faktoren sehr direkte Auswirkungen auf die Hufgesundheit haben. Außerdem gehe ich noch kurz auf die tägliche Hufpflege ein, die man nicht einfach einem Hufpfleger delegieren kann.

artgerechte Ernährung

Basis einer artgerechten Ernährung ist Gras bzw. Heu und Wasser. Das ist für das Pferd bereits alles um glücklich zu sein! Doch auch hier können bereits die Probleme beginnen. Denn Gras ist nicht Gras und Heu ist nicht Heu. Es gibt die unterschiedlichsten Gräser und Kräuter. Und jedes Heu wurde letztlich auch daraus hergestellt. Das Wildpferd hatte hauptsächlich energiearmes Steppengras und musste lange Strecken zurück legen um ausreichend Gras zu bekommen. Deutsches Weidelgras wurde dagegen für die Rindermast optimiert. Und keiner will, dass sein Pferd wie eine Kuh aussieht. Also sollte weder die Weide noch das Heu aus zu viel Weidelgras bestehen.

Die größte Herausforderung bei der Ernährung von domestizierten Pferden liegt also darin das Pferd nicht zu überfüttern, es auf der anderen Seite aber auch nie länger als 4 Stunden hungern zu lassen. Denn längere Hungerphasen sind auch nicht artgerecht und können zu schwerwiegenden Stoffwechselstörungen führen, genauso wie ständige Überfütterung. Da der Energiebedarf auch von der Bewegung abhängt, hat man mehr Spielraum wenn sich das Pferd genügend bewegt.

Ein 500 kg schweres Pferd ohne Bewegung hat einen täglichen Energiebedarf von etwa 70 Megajoule (MJ). Sein Energiebedarf ist mit 10 kg pferdegerechtem Heu gedeckt. Um 1 kg Heu zu fressen braucht es etwa 45 Minuten. Die gesamte tägliche Fresszeit beträgt also etwa 7,5 Stunden. Wenn man das Heu in nur 2 Mahlzeiten täglich aufteilt, dann frisst das Pferd knapp 4 Stunden lang Heu und hungert danach 8 Stunden bis es die nächste Ration gibt, hat also täglich 2 mal 8 Stunden Hungerzeiten. Das kann auf Dauer für den Dauerfresser Pferd nicht gesund sein. Verteilt man die 10 kg Heu auf 3 Mahlzeiten, dann frisst das Pferd 3,3 kg Heu in 2,5 Stunden und muss danach 5,5 Stunden auf die nächste Ration warten. Wir kommen der artgerechten Ernährung also schon näher. Allerdings nur wenn es die letzte Ration beispielsweise abends um 22 Uhr gibt, und die nächste Ration morgens um 6:00.

Ab 4 Mahlzeiten pro Tag wird es artgerechter, allerdings für viele in der Praxis unrealistisch.

Füttert man außer Heu auch noch Getreide, Müsli, Äpfel, Karotten, Leckerli usw. dann verschlimmert man das Problem damit zunehmend. Diese Futtermittel haben eine höhere Energiedichte als Heu und werden schneller gefressen als Heu. Die Fresszeiten verkürzen sich also und die Hungerzeiten verlängern sich. Bei Pferden mit wenig bis keiner Bewegung sollte man dem Pferd diese Mittel also besser nicht zumuten, egal wie sehr sie dem Pferd schmecken!

Wie kann man das Problem dann in der Praxis lösen wenn man keine 4 oder 5 Mahlzeiten füttern kann? Die erste Wahl ist mehr Bewegung! Bewegt sich das Pferd mehr, dann verbraucht es mehr Energie und kann mehr fressen ohne fett zu werden. Mehr fressen bedeutet längere Fresszeiten und kürzere Fresspausen. Eine andere Möglichkeit besteht darin das Heu nur in Heunetzen zur Verfügung zu stellen damit die Pferde statt 45 Minuten vielleicht eine ganze Stunde pro Kilogramm Heu brauchen. Die Maschen müssen dazu allerdings relativ klein sein, sonst frisst das Pferd das Heu aus dem Netz bald genauso schnell wie ohne Netz. Man kann das Heu auch mit Stroh strecken, z.B. 8 kg Heu und 3 kg Stroh statt 10 kg Heu. Ja, genau: ein Pferd in einer Box mit Stroheinstreu frisst bereits Stroh, d.h. dort würden 10 kg Heu bereits zur Überfütterung führen! Die heutige Technik macht es auch möglich 8 und mehr kleine Mahlzeiten pro Tag zu füttern. Computerfütterung sorgt dafür, dass jedes Pferd das bekommt, was ihm zusteht, ohne dass man bei jeder Fütterung dabei sein muss.

Vorsicht bei Fütterung mit Frischgras (auch bei Weidehaltung). Der Energiegehalt des Grases schwankt täglich. Bei Sonnenschein steigt der Zuckergehalt im Gras an, dieser wird nachts für Wachstum verbraucht. D.h. an sonnigen Tagen ist der Energiegehalt morgens bei Sonnenaufgang am geringsten. Wenn im Frühjahr und Herbst die Temperatur nachts allerdings unter 10 Grad Celsius sinkt, dann wird der Zucker nachts nicht mehr abgebaut und steigt am nächsten sonnigen Tag weiter an. Daher gibt es genau in dieser Zeit immer wieder gesundheitliche Probleme (z.B. Hufrehe). Das gilt natürlich auch im Winter, betrifft dann allerdings nur noch wenige Pferde weil die meisten dann kein Gras mehr bekommen.

Auch Heu kann viel oder wenig Energie aus Kohlenhydraten (z.B. Zucker und Fruktane) enthalten, unter anderem abhängig davon wann es geschnitten wurde und wie es getrocknet wurde. Nach der Trocknungsphase ändert sich an der Zusammensetzung aber kaum noch was. Deshalb kann es sinnvoll sein das Heu analysieren zu lassen und rehegefährdeten Pferden nur Heu mit wenig leichten Kohlenhydraten zu füttern (und sie nicht aufs Gras zu lassen).

Nun hab ich mich ausführlich über die Energie im Futter ausgelassen. Natürlich besteht das Futter nicht nur aus Energie, sondern auch aus Mineralstoffen und Vitaminen. Da kaum jemand weiß ob sein Heu ausreichend davon enthält, gibt es mittlerweile tausende von Zusatzfuttern, die alle versprechen das Pferd gesund zu machen oder es wenigstens gesund zu erhalten. Eine Milliardenindustrie, deren Hauptaufgabe allerdings nicht die Gesundheit deines Pferdes ist, sondern die Gewinnmaximierung des Herstellers. So lange man nicht weiß was im Heu ist und was das Pferd braucht, ist man den Werbeversprechen der Hersteller hilflos ausgeliefert. Ein reines Glücksspiel, das unnötig Geld verbraucht und oft dem Pferd mehr schadet als Gutes zu tun. Denn die Hersteller kennen dein Heu und dein Pferd noch weniger als du.

Über den genauen Bedarf an Mineralien, Spurenelemente und Vitamine gibt es jede Menge Forschung, die allerdings nicht immer das Prädikat „wissenschaftlich“ verdient. Da Geld in dieser „Wissenschaft“ immer knapp ist, werden auch schon mal Versuche an 3 bis 4 Ponys gemacht. Nach 3 Wochen wieder beendet, und auf Basis der wenigen gewonnenen Daten Schlussfolgerungen auf Millionen von Pferden verallgemeinert. Welche Vorerkrankungen die Ponys hatten wird genauso wenig dokumentiert wie die Futtermittel, die sowieso und auch während der Untersuchung weiter gegen werden. Andere Untersuchungen werden an Menschen, Ratten oder Schweinen gemacht (alle nicht unbedingt reine Pflanzenfresser) und die Ergebnisse dann einfach für Pferde übernommen. Am Ende glänzt diese Wissenschaft mit mehr oder weniger komplexen Formeln, deren Faktoren auf 5 Stellen genau angegeben werden. Das Ergebnis hat am Ende aber doch nur eine Genauigkeit von +/- 20%. Zudem können sich auch die anerkanntesten Wissenschaftler auf dem Gebiet nach 50 Jahren Forschung immer noch nicht auf die gleichen Formeln und Faktoren einigen. Ich habe mich jahrelang mit diesen Theorien beschäftigt und auch in der Praxis ausprobiert. Je tiefer ich in die Materie eingestiegen bin, mir auch die Mühe gemacht habe die zugrunde gelegten Arbeiten komplett zu lesen, desto mehr Zweifel kamen mir. Meiner Meinung nach haben die Formeln mit den hochpräzisen Faktoren nur den Zweck einer Pseudowissenschaft einen wissenschaftlichen Anstrich zu verpassen! Anfangs habe ich mich über Experten geärgert, die einfach eine gewisse Menge Heu, etwas Hafer und eine Hand voll mehr oder weniger beliebiges Mineralfutter empfohlen haben. Inzwischen denke ich, dass diese Empfehlung deutlich ehrlicher ist als die pseudowissenschaftlichen Formeln.

Zum Mineralfutter möchte ich aber dennoch ein paar Empfehlungen geben:

1. Vitamine
Auf den Zetteln der meisten Mineralfutter steht oft eine enorme Liste von Vitaminen. Das scheint bei der Kundschaft gut anzukommen. Die meisten dieser Vitaminen sind nicht nur völlig unnütz, sondern auch chemisch nachgebildet, also in einer unnatürlichen Form. Den Vitamin A Bedarf kann man auch durch 1 bis 2 Möhren (Stück, nicht Kilo) decken. Diese enthalten das Provitamin A, von dem der Körper dann so viel Vitamin A bildet wie er benötigt. Chemisches Vitamin A kann dagegen bei Überdosierung zu einer Vergiftung führen!. Die ganzen B-Vitamine werden von einer gesunden Darmflora gebildet und müssen nicht gefüttert werden. Bei einer geschädigten Darmflora und damit verbundenen Stoffwechselkrankheiten mag eine Verabreichung von B6 und B12 sinnvoll sein – das hat dann aber nichts mehr mit der normalen Fütterung zu tun, sondern mit Medikation zur Krankheitsbehandlung. Vitamin C klingt immer gut und wichtig. Weder bei Mensch noch beim Pferd sind Vitamin C Mangel bekannt. Also auch raus geschmissenes Geld. Vitamin D bildet das Pferd wenn es genug Tageslicht bekommt. Damit hat ein Offenstallpferd also kein Problem. Einem Pferd in einem dunklen Käfig besorgt man lieber einen artgerechten Stall als Mineralfutter mit Vitamin D. Vitamin E ist das einzige Vitamin, welches meiner Meinung nach Sinn machen kann. Es hat ähnliche Wirkung wie Selen, wird im Gegensatz zu Selen bei Überdosierung aber nicht so schnell giftig.

2. Mineralien
Bei den Mineralien ist vor allem Magnesium interessant. Manches Heu hat etwas wenig davon, anderes allerdings mehr als genug. Bei zu viel Magnesium kann es zu Durchfall kommen. Natrium braucht man eigentlich nicht im Mineralfutter. Ein Salzleckstein ist die günstigere Variante, bei der sich die Pferde nach Bedarf bedienen können. Wenn Pferde viel schwitzen kann zusätzlich lose gereichtes Salz helfen, da sie dann vielleicht nicht mehr genug vom Block abschlecken können.

3. Spurenelemente
Bei den Spurenelementen empfehle ich ein Mineralfutter mit wenig Eisen, da Eisen meist mehr als genug im Heu ist, und Eisen die Aufnahme von Zink und Kupfer behindert. Das eigentlich entscheidende im Mineralfutter ist Zink und Kupfer. Zink wird meist in ausreichender Menge verarbeitet, bei Kupfer dürfte oft etwas mehr drin sein. Im Zweifel also lieber das Mineralfutter nehmen, das etwas mehr Kupfer enthält. Selen ist ein heißes Eisen. Pferde brauchen zwar Selen, allerdings in geringen Mengen. Tierärzte diagnostizieren bei Blutuntersuchungen immer wieder Selenmangel. Diese Diagnose ist aber mit Vorsicht zu genießen: Erstens weiß keiner genau wie viel davon im Blut sein sollte, zweitens wurde der Wert vor einigen Jahren stillschweigend erhöht, ohne wissenschaftliche Grundlage (im Komitee saßen auch Vertreter mit ganz eigenen Interessen)! Drittens wird das Blut gerne untersucht wenn das Pferd gerade mit einer akuten Krankheit kämpft. Bei so mancher Krankheitsbekämpfung verbraucht der Körper mehr Selen, holt es sich aus dem Blut, der Blutwert ist dann entsprechend gering. Der Blutwert ist aber nur eine Momentaufnahme. Erhöht man deshalb dauerhaft den Selengehalt im Futter, dann hat das Pferd bald eine Selenvergiftung. Ich würde daher aufpassen, dass das Pferd maximal 1 mg (Milligramm) Selen pro Tag über Mineralfutter bekommt. Sollte das Pferd noch andere Zusatzfutter der Futtermittelindustrie bekommen, dann muss man auch dort sorgfältig den Beipackzettel auf Selen untersuchen oder beim Hersteller nachfragen. In der Summe aller Zusatzfutter sollte man nicht über 1 mg pro Tag kommen (oder die anderen Zusatzfutter einfach weg lassen).

4. Kohlenhydrate
Übrigens sind auch in Mineralfutter Kohlenhydrate (Zucker, Melasse, ..) und damit Kalorien enthalten. Bei Mengen von 50 bis 100 Gramm Mineralfutter täglich spielt das in der Tagessumme allerdings keine so große Rolle. Der allergrößte Teil kommt weiterhin vom Heu.

Die empfohlenen Mengen des Herstellers würde ich als Obergrenze verstehen. Die Hälfte reicht wahrscheinlich auch, aber der Hersteller verdient halt doppelt so viel wenn man doppelt so viel füttert.

Fazit:

Zusätzlich zu Heu, Stroh und eventuell einer Hand voll Hafer kann eine Hand voll Mineralfutter nötig sein. Das aber vor allem wegen Zink und Kupfer, und nicht wegen der Vitamine. Eisen behindert die Aufnahme von Zink und Kupfer, und bei Selen muss man sogar aufpassen, dass man sein Pferd nicht vergiftet.

Mein Pferd bekommt auch immer mal ein paar Kräuter um die Entgiftungsorgane Leber und Niere zu unterstützen. Denn auch unsere Pferde sind ständig Umweltgiften wie Autoabgasen und Düngemittelrückständen ausgesetzt. Und auch die überflüssigen oder unbrauchbaren künstlichen Bestandteile der Zusatzfutter müssen wieder aus dem Körper ausgeschieden werden.

Alles weitere fällt nicht in die Kategorie Grundfütterung, sondern in die Kategorie Therapie oder besondere Anforderungen z.B. im Leistungssport.

artgerechte Bewegung

Natürlich hat in Deutschland kaum jemand die Möglichkeit einer kleinen Pferdeherde 50 Quadratkilometer Steppenlandschaft zur Verfügung zu stellen. Deshalb sollte man aber nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und das Pferd 23 Stunden täglich in einer 12 Quadratmeter Box stehen lassen. Das Pferd braucht Bewegung an der frischen Luft, möglichst rund um die Uhr! Und das kann man den Pferden auch in Deutschland ermöglichen.

Ob ein Bewegungsstall nach HIT oder Schauer, oder ein selbst eingerichteter Paddock Trail. Die Gestaltung des Stalls entscheidet darüber ob das Pferd nur herum steht, oder ob es sich wie in der Natur 16 Stunden pro Tag (auf 24 Stunden verteilt) bewegt - meist Schritt, ein wenig Trab, und selten im Galopp. 23 Stunden stehen und 1 Stunde Powertraining können die natürliche Bewegung nicht ersetzen. Also hat die Boxenhaltung auch bei diesem Thema wieder klare Nachteile gegenüber einem guten Offenstall. Ein Matschpaddock bringt auch nichts. Erstens bewegen sich die Pferde im tiefen Matsch kaum. Und zweitens kann in dem Matsch keiner richtig misten. D.h. mit der Zeit baden die Hufe wieder in Kot und Urin.

Ausreichend Bewegung wirkt sich sowohl physisch als auch psychisch positiv auf die Pferdegesundheit aus:

  • regt den Stoffwechsel an und verhindert so eine schleichende Verfettung
  • wichtig damit auch in den Füßen und Hufen Blut und Lymphe in Bewegung bleiben, somit das Herz entlastet wird und Giftstoffe aus den Zellen entsorgt werden
  • Gelenke bleiben in Bewegung und werden geschmiert
  • Hufe bleiben eher in Form wenn der Hornabrieb das Hornwachstum ausgleicht, das Horn wird auch stabiler
  • weniger Verspannungen
  • mehr psychische Ausgeglichenheit (auch durch die Bewegung beim Spielen mit Artgenossen)

tägliche Hufpflege

Je mehr Bewegungsfreiheiten dein Pferd hat, desto weniger Arbeit hast du mit den Hufen. Ein wild lebendes Pferd hat extrem selten seinen Kot in den Strahlfurchen hängen, schon gar nicht uringetränkt. Kot verteilt sich auf sehr viel Platz, sodass die Wahrscheinlichkeit in einen Kothaufen zu treten schon recht klein ist. Es dauert zudem recht lange bis es wieder an den gleichen Platz kommt, an dem es sich erleichtert hat. Und Urinpfützen gibt es in der Natur auch nur selten.

Ein Pferd in der Box hat dagegen 23 Stunden Zeit mehr als 10 kg Kot und 30 Liter Urin auf 12 Quadratmeter zu verteilen und mit den Hufen darin zu baden (wenn man nur einmal täglich mistet). Der Kot enthält Bakterien, die den Strahl anfressen. Urin und sein Zersetzungsprodukt Ammoniak sorgt dafür dass das Horn zusätzlich chemisch angegriffen wird. Die Bakterien haben es dadurch noch leichter. Wer also meint ein Pferd in der Box macht weniger Arbeit, der ist auf dem Holzweg und wird mit natürlicher Hufpflege bei unnatürlichen Haltungsbedingungen keinen Erfolg haben.

Mehr zum Thema tägliche Hufpflege findest du im folgenden Artikel.

  ^^^ Hufgesundheit ^^^ >>> tägliche Hufpflege >>>